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Das aktuelle Topthema: Online-Shopping mit Hürden und Hindernissen
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Aktuell

On- und Offline-Hopping statt Online-Shopping – oder: warum in aller Welt ist es für Kunden so mühsam, ein einfaches Virendefinitions-Abonnement zu aktualisieren.
Ein Erfahrungsbericht:

Online-Shopping könnte so einfach sein

Für zwei unserer Rechner läuft das Virendefinitions-Abonnement für die Software McAfee Virus Scan 7.0 am 7. November aus. Die Software erinnert mich rechtzeitig daran – wie positiv. Mir wird angeboten, die Verlängerung durch einen Klick auf einen Link vorzunehmen. Ein komfortables Service-Angebot, um mir Zeit zu ersparen – dankbar klicke ich auf den angebotenen Link.
Jedoch: der Link funktioniert nicht. Schade. Macht nichts, denke ich, dann gehe ich direkt auf die Homepage von McAfee, um das schnell zu erledigen.

Hürde Nr. 1: unübersichtliche Websites

Doch so einfach ist das nicht: Wie es bei großen Unternehmen nun einmal ist, unterhält McAfee für die unterschiedlichen Bereiche zahlreiche verschiedene Websites.
Auf der Suche nach der richtigen Webseite ziehe ich schließlich intern einen Mitarbeiter zu Hilfe. Nach 30 Minuten ergebnisloser Suche rufen wir bei der Hotline an. Eine Mitarbeiterin des Call-Centers weist uns telefonisch den Weg zur richtigen Seite und zum richtigen Link, um das Virendefinitions-Abonnement zu verlängern. Schön, jetzt steht der Aktualisierung ja nichts mehr im Wege.

Hürde Nr. 2: unnötig lange Wartezeiten

Doch trotz DSL laden sich die dynamischen Seiten nur schleppend. Es dauert knapp 8 (!) Minuten, bis die Seite für Virus Scan Professionell 7.0 in deutscher Sprache geladen und geöffnet ist. Auch die Ansprechpartnerin im Call-Center kommt nicht auf die Seite, sondern erklärt uns nur, wo der Link zu finden ist. Diesen Vorgang haben wir seit dem 20. Oktober testhalber mehrfach wiederholt – mit ähnlichen Ergebnissen, was die Ladezeit angeht!

Nach 8 Minuten ist die Seite endlich auf dem Bildschirm. Ein Dialogfenster macht mich darauf aufmerksam, dass die Aktualisierung nur für registrierte Kunden möglich ist. Alles okay, denke ich, hab‘ ich ja nach dem Kauf vor einem Jahr gemacht. Also weiter, die Seite ganz runter, wo sich nach der Aussage der Mitarbeiterin aus dem Call-Center der Link für die Verlängerung befindet.

Hürde Nr. 3: unverständliche Vorgaben

Jetzt nur noch schnell zwei Lizenzen in den Warenkorb legen, mit Kreditkarte bezahlen und fertig ist das Thema. Wir sitzen ja auch erst eine Stunde an diesem Problem. Doch leider haben wir die Rechnung ohne die Shop-Designer der McAfee-Website gemacht: was in aller Welt sind die korrekten Eingaben für das Feld „Kreditkarte“?

Ich gebe die 16-stellige Kreditkartennummer ein: erst am Stück, dann in Ziffernblöcken getrennt. Trotzdem klappt es nicht. Insgesamt fünfmal bricht die Bestellung ab. Ein Fehler ist aufgetreten, heißt es. Schön, danke. Die Kreditkartennummer ist jedenfalls korrekt! Dieses frustrierende Spiel wiederholen wir so lange, bis es endlich klappt.

Hürde Nr. 4: unvollständige Rechnungsangaben

Endlich können wir die 90KB (!) große Aktualisierungsdatei VSCUpdateDE.exe herunterladen. Jedoch: der Versuch die Rechnung auszudrucken scheitert. Die Seite ist breiter als DIN A4 und ohne eine implementierte Druckfunktion. Damit bleibt der wichtigste Teil der Rechnung verborgen. Aber vielleicht kommt die vollständige Rechnung ja per E-Mail.

Hürde Nr. 5: Unklarheiten mit der Registrierung

Nach dem Klick auf die exe-Datei erscheint folgender Dialog:

"Sie müssen über eine lizenzierte Version von 'McAfee VirusScan' verfügen, um diese Funktion zu benutzen. Auf Ihrem Computer muss eine gültige Version von 'McAfee Virus Scan' installiert sein".

Hm, ich bin doch bereits registriert. Aber okay, um das Ganze wirklich felsenfest abzusichern, registriere ich mich nochmals. Die Software bestätigt mir die erfolgreiche Aktualisierung meiner Registrierungsdaten.
Ein erneuter Klick auf die Update.exe führt zum selben Ergebnis. Konnte ich jetzt verlängern oder nicht?

Hürde Nr. 6: unbrauchbare Datei

Inzwischen ist die Bestellbestätigung von DigitalRiver gekommen, dem Dienstleister, über den die Bestellung abgewickelt wird. Im Kleingedruckten steht, wie der Download bei technischen Problemen wiederholt werden kann. Vielleicht ist ja die Datei defekt. Ich folge den Anweisungen und lade die Datei erneut herunter. Leider mit demselben Ergebnis beim Ausführen.

Ich lese die Bestellbestätigung. In der E-Mail findet sich ganz unten der Absatz:
FRAGEN ZU TECHNISCHER UNTERSTUTZUNG, RECHNUNG und DOWNLOAD (mit den runterladbaren Versionen)
Falls Sie Hilfe zu Ihrer Bestellung benötigen, klicken Sie hier, um folgende Aufgaben auszuführen:
- Produkt erneut downloaden (mit den runterladbaren Versionen)
- Lieferstatus prüfen
- Rechnung drucken
- Kundendienstbeauftragten kontaktieren
- Antworten zu allgemeinen Fragen erhalten

Hürde Nr. 7: die insgesamt unzulängliche Kundenorientierung

Danke für den Hinweis, mittlerweile gibt es reichlich Fragen zur Rechnung und technischen Unterstützung. Aber: trotz HTML-Format der E-Mail, das doch einen direkt anklickbaren Link möglich macht, ist in der Mail KEIN Link gesetzt - obwohl dort „klicken Sie hier“ steht!
Langsam frage ich mich, was McAfee unter dem Begriff Kundenorientierung versteht. Nach all den zurückliegenden Hürden habe ich noch immer keine Aktualisierung und weiß immer noch nicht, wie ich an eine finanzamtsichere Rechnung komme. Die in der Mail mitgeschickten Rechnungsinformationen weisen zwar eine Mehrwertsteuer aus, jedoch nicht den Prozentsatz. Diesen kann ich nur selbst errechnen und komme auf 17,5 Prozent.
Nachdem das mit dem Link auch nicht funktioniert, probiere ich einen anderen Weg und klicke in der Aktualisierungssoftware auf die „Hilfe im Web“. Nachdem ich in den Auswahlboxen dort keinen auf meinen Fall passenden „Fehler“ finde, rufe ich erneut die Hotline an.

Hürde Nr. 8: uninteressierter Ansprechpartner

Ich telefoniere mit einem weiteren Mitarbeiter. Kein Wort des Bedauerns oder der Entschuldigung, als ich ihm vom komplizierten und fehlerbehafteten Online-Kauf erzähle. Kein Wunder: er ist ja nicht bei Network Association oder deren Tochtergesellschaft McAfee, sondern bei einem externen Call-Center-Betreiber beschäftigt. Entsprechend desinteressiert nimmt er meine Kritik an McAfee auf, bietet aber an, mir die Software mitsamt Anleitung nochmals per E-Mail zu schicken. Ich willige ein, schließlich möchte ich die Software auf den zwei Rechnern schnell aktualisieren, um mich wieder meiner eigentlichen Arbeit widmen zu können.

Hürde Nr. 9: weitere Unklarheiten

Wie vereinbart schicke ich dem Call-Center-Mitarbeiter meine Bestellbestätigung und erhalte von ihm kurz darauf ein E-Mail mit einer zip-Datei. Diese schnell entpacken und auf die exe-Datei klicken. Endlich: die Software bestätigt mir eine Verlängerung um 730 Tage. Ich benötige jedoch nicht einmal 730 Tage, sondern bei zwei Rechnern zweimal 365 Tage und probiere den Dialog mit dem anderen Rechner im Netzwerk. Leider erhalte ich keine Bestätigung, mir bleibt unklar, ob das Abo auch auf dem zweiten Rechner verlängert ist.

Hürde Nr. 10: unsicheres Resultat

Und das Ende der Geschichte? Zwei Stunden später erinnert mich McAfee Virus Scan 7.0 daran, dass mein Virendefinitions-Abonnement am 7. November ausläuft ...


Fazit:
2,5 Stunden nervenaufreibende Arbeit von bis zu zwei Personen für ein ziemlich unsicheres und unwirtschaftliches Ergebnis. Wie viel Nerven und Arbeitszeit das gekostet hat! Bleibt die Frage, wie Menschen mit weniger Web- und Technikerfahrung solche Hindernisse überwinden sollen. Letztendlich ist diese Erfahrung ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Software und Webseiten hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit mit weiser Voraussicht zu planen und entsprechend perfekt umzusetzen.

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